Taschenmaße richtig angeben: Breite, Höhe, Tiefe, Druckfläche

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Es klingt nach einer Nebensache und ist einer der häufigsten Gründe für Nacharbeit: Zwei Beteiligte reden über dieselbe Tasche und meinen unterschiedliche Zahlen.

Der Fehler fällt selten früh auf. Er zeigt sich im Andruck, wenn das Motiv nicht passt — oder erst bei der Lieferung, wenn das Format nicht das ist, das im Kopf war.

Es gibt keine verbindliche Norm

Das ist die Wurzel des Problems. Anders als bei Papierformaten gibt es für Taschen keine allgemein verbindliche Konvention, in welcher Reihenfolge Maße genannt werden und was jeweils mitgezählt wird.

Üblich ist Breite × Höhe, bei Modellen mit Falte zusätzlich die Tiefe: Breite × Höhe × Tiefe. Aber „üblich" ist keine Garantie, und Lieferanten aus verschiedenen Märkten handhaben es unterschiedlich.

Praktische Konsequenz: Nennen Sie Maße nie als bloße Zahlenfolge. „38 × 42" ist mehrdeutig. „38 cm breit, 42 cm hoch" ist es nicht.

Die vier Angaben, die vollständig sind

Was jede Maßangabe bezeichnet
AngabeWas gemessen wirdHäufiges Missverständnis
BreiteTaschenkörper im flach liegenden Zustand, von Naht zu NahtBei gefalteten Modellen: Ist die Seitenfalte eingerechnet?
HöheTaschenkörper vom Boden bis zur oberen KanteDer Henkel zählt in der Regel nicht dazu
Tiefeausgefaltete Bodenbreite bei Modellen mit FalteWird bei flachen Taschen gar nicht angegeben
Druckflächetatsächlich bedruckbarer BereichImmer kleiner als die Außenbreite

Der Henkel gehört nicht zur Höhe

In aller Regel bezeichnet die Höhenangabe den Taschenkörper ohne Henkel. Das ist deshalb wichtig, weil der Unterschied erheblich ist — eine Tasche mit langen Schulterhenkeln kann inklusive Henkel doppelt so hoch messen wie ihr Körper.

Für die Henkel gibt es zwei eigene Angaben:

Henkellänge — die Gesamtlänge des Bandes.

Fallhöhe — der Abstand vom oberen Taschenrand bis zum höchsten Punkt des gestrafften Henkels. Das ist die praktisch relevantere Zahl, weil sie bestimmt, ob die Tasche über die Schulter passt.

Zwei Taschen mit identischer Henkellänge können unterschiedliche Fallhöhen haben, je nachdem, wie weit auseinander die Henkel angesetzt sind. Ausführlich dazu: Taschen mit langen Henkeln.

Die Druckfläche ist nie so breit wie die Tasche

Das ist der Punkt, der in der Praxis die meiste Nacharbeit verursacht.

Die Druckfläche ist immer kleiner als die Außenbreite. An den Rändern liegen Nähte, dazu braucht es Sicherheitsabstände, damit ein Motiv bei minimalen Fertigungstoleranzen nicht angeschnitten wirkt.

Bei gefalteten Modellen ist der Unterschied besonders groß. Ein Teil der Fläche verschwindet im Falz — im leeren Zustand eingeschlagen, im befüllten sichtbar. Wer mit der Außenbreite rechnet, plant ein Motiv, das so nicht auf die Tasche passt.

Deshalb die Regel: Rechnen Sie immer mit der angegebenen Druckfläche, nie mit dem Außenmaß. Sie steht auf jeder Produktseite und ist die einzige Zahl, die für Ihr Layout zählt.

Wie sich das bei Modellen mit Boden- und Seitenfalte konkret auswirkt und wann der All-Over-Druck die Einschränkung aufhebt, steht in der Kategorieübersicht.

Vom Inhalt zum Format denken

Der schnellste Weg zur richtigen Größe führt nicht über die Maßtabelle, sondern über den Inhalt.

  • A4-Broschüren, Papier, Prospektmaterial — mittleres Standardformat, flach, ohne Falte
  • Flaschen, Gläser, Kartons — Falte zwingend, sonst kippt der Inhalt
  • Wocheneinkauf — großes Format mit Falte und Schulterhenkeln
  • Kleine Produktbeigaben, Schmuck, Kosmetik  kleine Formate, oft mit Zugband
  • Sportsachen, Wäsche, Messematerial  XXL-Formate, dann aber mit passender Grammatur

Sagen Sie uns, was hineinsoll — daraus ergibt sich das Format schneller und zuverlässiger als aus einer Zahlenangabe, die möglicherweise anders gemeint war.

Checkliste für die Anfrage

  • Maße mit Bezeichnung nennen, nicht als Zahlenfolge
  • Bei gefalteten Modellen: Ist die Falte in der Breite enthalten?
  • Höhe des Taschenkörpers, Henkel separat
  • Fallhöhe angeben, wenn die Tasche über der Schulter getragen wird
  • Für das Layout ausschließlich die Druckfläche verwenden
  • Wenn möglich: den Inhalt nennen statt nur die Maße
  • Bei kritischen Formaten ein Muster anfordern und nachmessen

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge werden Taschenmaße angegeben?

Üblich ist Breite × Höhe, bei Modellen mit Falte zusätzlich die Tiefe: Breite × Höhe × Tiefe. Da es keine verbindliche Norm gibt, sollten Sie die Maße mit Bezeichnung nennen statt nur als Zahlenfolge.

Zählt der Henkel zur Höhenangabe?

In der Regel nicht. Die Höhe bezeichnet den Taschenkörper ohne Henkel. Die Henkellänge und die Fallhöhe werden separat angegeben.

Warum ist die Druckfläche kleiner als die Taschenbreite?

Weil an den Rändern Nähte und Sicherheitsabstände liegen. Bei Taschen mit Boden- oder Seitenfalte ist der Unterschied besonders groß, weil ein Teil der Fläche im Falz verschwindet.

Wie messe ich eine Tasche mit Bodenfalte richtig?

Im flach liegenden Zustand für Breite und Höhe, die Tiefe entspricht der ausgefalteten Bodenbreite. Wichtig ist, ob die angegebene Breite die Falte einschließt oder nicht — fragen Sie im Zweifel nach.

Passt ein A4-Ordner in eine Standardtasche?

Bei mittleren Formaten in der Regel ja, aber es kommt auf die Öffnungsbreite an. Wenn A4 das Kriterium ist, nennen Sie uns das ausdrücklich — dann prüfen wir es am konkreten Modell, statt es zu schätzen.

Kann ich ein Sondermaß bestellen?

Bei entsprechender Auflage ja. Nennen Sie Maß, Menge und Einsatzzweck bei der Anfrage — dann sagen wir Ihnen, ob sich ein Sonderformat rechnet oder ein vorhandenes Modell dieselbe Aufgabe erfüllt.

Fazit

Drei Zahlen, klar bezeichnet, und für das Layout nur die Druckfläche. Wer das einhält, spart sich die Korrekturschleife im Andruck — und das ist die teuerste Schleife im ganzen Prozess.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Motiv auf das gewünschte Format passt: Schicken Sie es uns mit der Anfrage. Wir prüfen es gegen die tatsächliche Druckfläche und melden zurück, bevor etwas produziert wird.


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Senior Marketing-Stratege & Werbeartikel-Experte

Berät seit über zehn Jahren B2B-Unternehmen bei Auswahl und Veredelung individueller Werbeartikel – mit Fokus auf messbarer Markenwirkung und nachhaltigen Promotion-Strategien.

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